Während meiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration wechseln sich Berufsschule und Betrieb regelmäßig ab. Aktuell bin ich im zweiten Lehrjahr und habe Blockunterricht. Das bedeutet, dass ich nicht jede Woche einzelne Schultage habe, sondern meist drei bis vier Wochen am Stück in der Berufsschule bin. Anschließend geht es wieder zurück in den Arbeitsalltag im Betrieb.
Gerade durch den Blockunterricht werden die Unterschiede zwischen Schule und Betrieb besonders deutlich. In der Berufsschule stehen vor allem Grundlagen, Theorie und Zusammenhänge im Mittelpunkt. Wir beschäftigen uns unter anderem mit Netzwerktechnik, IT-Sicherheit, Wirtschaft, Englisch und IoT-Projekten. Manche Inhalte wirken zunächst sehr theoretisch, aber oft merkt man später im Betrieb, dass genau dieses Wissen dabei hilft, Probleme besser einzuordnen und Zusammenhänge zu verstehen.
Im Arbeitsalltag sieht das Ganze etwas anders aus. Dort wartet meist keine vorbereitete Aufgabe mit klarer Musterlösung, sondern ein konkretes Problem:
- Ein Drucker funktioniert nicht,
- ein PC muss eingerichtet werden,
- ein Ticket geht ein,
- PRTG meldet etwas in der Netzwerküberwachung
- oder es stehen Windows-Updates und Arbeiten an Switches an.
Häufig weiß man zunächst nicht genau, wo die Ursache liegt. Dann heißt es, Schritt für Schritt zu analysieren, was passiert ist und welche Lösung sinnvoll ist.
Das ist für mich einer der größten Unterschiede zwischen Schule und Betrieb. In der Schule ist das Thema meist vorgegeben. Im Betrieb muss man sich zunächst selbst einen Überblick verschaffen und die Ursache eines Problems eingrenzen. Dadurch ist die Arbeit manchmal anspruchsvoller, aber auch besonders lehrreich, weil man lernt, strukturiert und eigenständig an Aufgaben heranzugehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Austausch mit anderen Auszubildenden in der Berufsschule. Jeder Betrieb arbeitet anders, nutzt unterschiedliche Tools und setzt eigene Schwerpunkte. Dadurch bekommt man einen guten Einblick, wie vielfältig die Ausbildung in verschiedenen Unternehmen gestaltet sein kann. Manche Azubis beschäftigen sich viel mit Support, andere eher mit Servern, Netzwerken oder Projekten. Die Berufsschule bringt diese unterschiedlichen Erfahrungen zusammen und zeigt, wie vielseitig der Beruf tatsächlich ist.
Für mich gehören deshalb beide Bereiche fest zur Ausbildung dazu. Die Berufsschule vermittelt wichtige Grundlagen und eröffnet neue Perspektiven auf den Beruf. Im Betrieb lernt man anschließend, wie dieses Wissen in der Praxis angewendet wird. Beides ist unterschiedlich – genau diese Mischung macht die Ausbildung für mich besonders interessant.